MARKENVERSTÄNDIS IM MITTELSTAND

Mittelstand bedeutet, man kennt sich – regional und national. Aber die globale wirtschaftliche Vernetzung und stetig wachsende Online-Kommunikation verändern den Markt stetig. Im Durchschnitt sind Unternehmen des deutschen Mittelstands mit der Geschwindigkeit und den Möglichkeiten der Digitalisierung überfordert. Nicht verwunderlich, denn Kunden artikulieren neue Bedürfnisse stärker denn je an Anbieter sowie innerhalb von Netzwerken. Ist zudem der Wettbewerb digital aktiv, steigt der Druck zusätzlich. Der Erfolg, ggf. sogar das Überleben, heutiger mittelständischer Unternehmen hängt maßgeblich davon ab, wie zügig sie sich an die neuen Anforderungen an Produktion und Sichtbarkeit anpassen können. Denn häufig werden die Schnellen die vermeintlich Starken überholen.

Eine wichtige Weiche stellt dabei die Präsenz der Marke der sogenannten Hidden Champions. Sie dient der Differenzierung und der Profilierung beim (potentiellen) Kunden. Die Marke ist zudem Orientierung und Identifikationspotenzial für Mitarbeiter und Bewerber. Zudem ist sie mitunter der entscheidende Vorteil bei der Preisakzeptanz und kann sogar zu einer verbesserten Kreditsicherheit führen. Wie sieht aber die konkrete Markenarbeit im Mittelstand aus? Diese Phasen führen zur zielgerichteten Sichtbarkeit:

1. Innovationsdenke als Standard

Viele Unternehmen investieren nicht zielgerichtet in die Zukunft. Angesichts immer kürzerer Innovationszyklen und der Tatsache, dass bahnbrechende Erfindungen inzwischen meist aus dem Ausland kommen, muss Deutschlands erfolgsverwöhnte Industrie aufpassen, im internationalen Wettbewerb nicht ins Hintertreffen zu geraten. Ganz wichtig: Ausgaben für Innovationen sind keine Kosten, sondern echte Investitionen. Und der Staat weiß darum, schätzt diese Haltung und belohnt zukunftsorientierte Unternehmer mit umfangreichen Fördergeldern. Der Vorteil einer Förderung liegt auf der Hand: Diese wird erst beantragt, sobald der Projektplan relativ spruchreif ist. Man ist also im positiven Sinne gezwungen, dem Vorhaben eine hohe Relevanz zu geben, um damit zum Marktführer zu werden.

2. Die eigene Positionierung hinterfragen

Mittelständische Unternehmen müssen ihre eigene DNA ermitteln, konsequent hinterfragen und in neuer Qualität auf die Kunden ausrichten. Diese Unternehmens-DNA ist der Kern, wofür das Unternehmen steht und wie es jetzt und – ganz wichtig – in der Zukunft wahrgenommen werden möchte. Ist dieses Profil erst mal klar herausgearbeitet, stärkt dies umgehend die Vertriebsaktivitäten durch klarere Formulierung der eigenen Kompetenz. Auch bietet sie eine exzellente Basis für die strategische Marketing-Ausrichtung. Übrigens: Der Aufbau und die Aufladung von Markenwerten ist immer Chefsache!

3. Gezielte Themenbesetzung

Ist das Fundament mit einer glasklaren Positionierung erst einmal gesetzt, folgt der logische Schritt in die strategische Sichtbarkeit. Das Bild des „schwäbischen Tüftlers“ mit hoher Technologiekompetenz bleibt wichtig, ist aber nicht entscheidend. Vielmehr kommt es darauf an, Standards selbst zu definieren, also innovativ zu agieren und genau das nach außen zu tragen. Durch die Präsenz auf Business- und Social Media-Kanälen sowie der eigenen Website werden die Lösungen, Produkte und Dienstleistungen multikanal ins digitale Schaufenster angeboten und damit wichtiges Vertrauen auf- und ausgebaut. Denn: Was man kennt, das mag man tendenziell eher.

4. Den Reichweiten-Booster einschalten

Sind die Themen erst einmal richtig konfiguriert und genug Daten gesammelt, lohnt es sich, den Speed-Knopf in Form einer wirklich effizienten Werbestrategie zu drücken. Kanalübergreifend wird so das digitale Abbild des Traumkunden datenbasiert angesprochen und somit mehr sowie effektivere Berührungspunkte mit der Marke generiert.

5. Netzwerk pflegen

Stehen erst einmal die eigenen Kanäle, gilt es, sich ein Netzwerk mit Meinungsbildnern und Multiplikatoren der Branche auf- und auszubauen. Das können Redakteure der Branchenfachmedien sein sowie reichweitenstarke Personen aus der Branche, die ihrer Leidenschaft für das Thema Raum geben und damit viele Menschen begeistern. Dabei reicht es allerdings nicht, lediglich über die entsprechenden Kontakte zu verfügen und diese mit Smalltalk ab und an zu pflegen. Vielmehr sollte man sich zu jeder Zeit perfekt gemäß seiner Positionierung präsentieren und entsprechende Inhalte mediengerecht zur Verfügung stellen. Gerade hier hilft die Zusammenarbeit mit externen Profis, da sie kommunikative Lecks schnell erkennen, bei denen das mittelständische Unternehmen die berühmten Scheuklappen auf hat. Gerade für innovative Mittelständler und Produkte, ist die PR ein exzellenter Weg, durch Empfehlungsgeber die Marke zu stärken.